IoT – Das Internet der Dinge

Neue Technologien treffen auf bewährte und klassische Anlagen, die jahrelang gute Arbeit verrichten.

Dabei spielen zwei Technologieansätze eine Rolle:

Auf der einen Seite gibt es die Operational Technology, kurz OT. Hier geht es darum, mit Rechnern Zustandsveränderungen von Systemen zu monitoren, etwa bei Produktionstrassen in der Industrie oder beim Gebäudemanagement.

Oft zitierte Beispiel sind hier: SCADA- (Supervisory Control und Data Acquisition), PLC- (Programmable Logic Controller) oder CNC-Systeme (Computer Numerical Control). Der andere Teil dieser Welt ist die Information Technologie, der klassisch für die Bereitstellung von Infrastrukturen und Informationsverarbeitung steht.

In vielen Produktionsunternehmen befinden sich zahlreiche OT- und IT-Systeme im Einsatz, die eng miteinander verbunden sind. Diese Verschmelzung von OT und  IT schreitet stetig voran, weil OT vermehr auf IP-Technologien aufsetzt. In einigen Präsentationen wird von folgender Gleichung gesprochen: IT plus OT ergibt IoT.

Viele Hausaufgaben sind im Unternehmen zu erledigen, bevor man von einem produktiven Einsatz von IoT ansatzweise sprechen kann. Schon alleine die Frage, wie integriert man durch das IoT generierten Daten in entsprechende Systeme (Big-Data-Analyse-, CRM- oder Produktionsplanungssystem) und wie Analysiert man diese, offenbart die Komplexität des Themas.

Das sog. „Internet der Dinge“ breitet sich im industriellen Umfeld in Deutschland zögerlich aus, dennoch nimmt die Zahl der Projekte kontinuierlich zu und immer mehr Testumgebungen werden in produktive neue Wertschöpfungsketten integriert.

Neben Produktionssektoren wie z. B. der Automobilindustrie oder Maschinenbau profitieren auch andere volkswirtschaftliche Zweige von dieser Entwicklung: z. B. Speditionen – Sensoren oder iBeacons befinden sich in Zugmaschine und Trailer, geben Auskunft über den Standort, zurückgelegte Strecken, transportierte Mengen oder deren Einsatzzeiten und -verfügbarkeit.

Damit lassen sich neue Geschäftsmodelle konzipieren; beispielsweise Vertragsmodelle, indem Zugmaschine oder Trailer im Besitz des Herstellers bleiben und bedarfsorientiert vermietet werden. Der Angelpunkt ist dabei „Predictive Maintenance”: alle Sensoren geben Einblicke über den Nutzungsgrad, technischen Zustand und einzuhaltende Wartungsintervalle. Alles Faktoren, die maximale Einsatzzeiten und Verfügbarkeit sicherstellen, den kaufmännischen Aufwand für den Betrieb reduzieren und neue Erlösmodelle bieten.

Es gibt vielen Chancen für Industrie wie auch für Verbraucher. Um diese Entwicklung zu begünstigen müssen offene Fragen zu den Rahmenbedingungen beantwortet werden:

  • Wem gehören die gesammelten Daten?
  • Welche Informationen sind zu anonymisieren und wer darf sie wie unternehmerisch verwerten?
  • Wer haftet, wenn eine unsichere Schnittstelle zum Einfallstor für Cyberkriminelle wird?

Für den weiteren Erfolg der industriellen Vernetzung ist mehr Sicherheit und Klarheit gefragt. Befinden sich Bedürfnisse von Kunden, Dienstleistern und Gesellschaft im Einklang, wächst das Vertrauen in die Technologie und setzt wirtschaftlich neue Impulse frei.